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Kurpfälzisches Kammerorchester

Kurpfälzisches Kammerorchester

Dirigent: Stefan Fraas

Solist: David Guerrier, Trompete

Telemann: Don Quichote

Franz–Ignaz Beck: Sinfonie op.3 Nr.5
Leopold Mozart: Trompetenkonzert D-Dur

Eine glanzvolle Ära mit weitreichendem Einfluß auf die Musikwelt

Das Kurpfälzische Kammerorchester gilt als Nachfolger der "Kurfürstlichen Hofkapelle" des Kurfürsten Carl Theodor. Die Komponisten und Instrumentalisten, wie Johann Stamitz und dessen Söhne Anton und Carl, Franz Xaver Richter sowie der Wiener Ignaz Holzbauer und der Mannheimer Christian Cannabich, machten die Kurpfalz zur führenden Metropole und wiesen mit ihrer Musik den Weg zu einer neuen Orchesterkultur. Die Arbeit der "Kurfürstlichen Hofkapelle" nahm so weitreichend Einfluss auf die Musikwelt, dass die klassische Instrumentalmusik, wie wir sie heute kennen ohne die "Mannheimer Schule" nicht vorstellbar wäre.
Mozart, der 1777 in Mannheim gastierte, wovon die Tafel an der Jesuitenkirche heute noch Zeugnis ablegt, fand in Mannheim seine Frau Constanze Weber und

ließ sich stark von der "Mannheimer Schule" beeinflussen. Als der Kurfürst 1778 nach München übersiedelte endete diese glanzvolle Ära kurpfälzischer Musikgeschichte.

Erst mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester kehrte die "Mannheimer Schule" zurück an Rhein und Neckar. Sein Gründer und erster Dirigent, Generalmusikdirektor Eugen Bodard, begann zwischen dem Gründungsjahr 1952 und 1958 die Wiederbelebung und Rekonstruktion von Werken der "Mannheimer Schule", die sein Nachfolger Professor Wolfgang Hofmann, der das Orchester fast drei Jahrzehnte leitete, weiterführte. In Zusammenarbeit mit dem SDR Studio Heidelberg wurden Kompositionen aufgearbeitet, die sich bis heute im Repertoire vieler Orchester wiederfinden.

Traditionelle Klangkultur und lebendige Weiterentwicklung

Das Ensemble konzertierte bei den Berliner und Wiener Festwochen und – als eines der Gründungsorchester – regelmäßig bei den Schwetzinger Festspielen. In der Rhein-Neckar-Region, der das Kurpfälzische Kammerorchester durch seine Geschichte besonders verbunden ist, gründete man Eigenkonzertreihen und widmete sich der Nachwuchsförderung junger Solisten, was zahlreiche Kooperationen mit Institutionen in der Region, wie der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, der Musikschule Mannheim und Ludwigshafen oder der Jürgen-Ponto-Stiftung, dokumentieren.
Auftritte in nationalen Konzertzentren, wie der Alten Oper Frankfurt/Main, dem Gasteig München, der Unteren Frauenkirche Dresden, der Philharmonie Köln oder der Glocke in Bremen sowie die Gastspieleinladungen zu nationalen und internationalen Festivals zeugen von der Brillanz des Orchesters.

Die eigene Abonnementreihe "Klangkultur mit Tradition" und die "Kurpfälzer Mozarttage" an historischen Orten lassen heute den damaligen Glanz am Hofe ahnen und seine musikalische Tradition wiederaufleben.

Viele hundert Rundfunkaufnahmen, Fernsehmitschnitte, Schallplatten- und CD-Produktionen (in 2002 allein 12) sowie Konzertreisen durch ganz Europa, Südamerika, Nordafrika und Israel führten zu nationalem und internationalem Ansehen. Das breite Repertoire vom Barock bis zur Musik der Gegenwart unterstreicht die Qualität der Orchestermusiker.

Musikfreunde in der ganzen Welt assoziieren die "Mannheimer Schule" mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester. Diesem hohen Anspruch wird das Orchester mit lebendiger Weiterentwicklung gerecht.




Stefan Fraas, Dirigent



Generalmusikdirektor Stefan Fraas ist gebürtiger Vogtländer und studierte in Zwickau Schulmusik sowie an den Musikhochschulen „Franz Liszt“ Weimar und „Carl Maria von Weber“ Dresden Klavier, Gesang und Chor- und Orchesterdirigieren.

In Meisterkursen bei Helmut Rilling, Heinz Rögner, Miltiades Caridis vervollständigte er seine Studien. Stefan Fraas errang bei nationalen und internationalen Wettbewerben verschiedene Preise und Auszeichnungen.

Seine künstlerische Arbeit mit Orchestern begann 1988 als Kapellmeister des Vogtlandorchesters Reichenbach. Im Jahr 1992 wurde er Dirigent und Geschäftsführer und 1995 außerdem Intendant der Vogtland Philharmonie. Von 2000 bis 2006 war Stefan Fraas darüber hinaus Chefdirigent des Folkwang Kammerorchesters Essen. 2007 wurde er zum Generalmusikdirektor ernannt.

Konzertreisen führten ihn in nahezu alle europäischen Länder, nach Zypern, Israel, China und in die USA. Dabei dirigierte er in bedeutenden Musikzentren (Mailand, St. Petersburg, Salzburg, Brüssel, London; Paris, Tel Aviv, Chicago u.a.).

Vom Chinesischen Rundfunkorchester Peking wurde er 1999 zum Ehrendirigenten ernannt. Er ist Vizepräsident des Sächsischen Musikrates sowie Beiratsmitglied des Kulturraumes Vogtland/Zwickau. Mehrfache Einladungen zu renommierten Festivals (Schleswig-Holstein-Musikfestival, Internationales Mozartfestival Schwetzingen, Klassik-Festival Ruhr, Santander Musikfestival u.a.) sind Ausdruck seines vielseitigen künstlerischen Engagements. Durch die Leitung von Dirigierkursen sowie einer Lehrtätigkeit an der Hochschule für Kirchenmusik Bayreuth widmet er sich seit Jahren erfolgreich dem dirigentischen Nachwuchs.

In den letzten Jahren entstanden eine Reihe von CD-Aufnahmen und Fernseh-produktionen. Seit Herbst 2008 ist Stefan Fraas zudem zum Chefdirigenten des Kurpfälzischen Kammerorchesters Mannheim, einem der renommiertesten und traditionsreichsten deutschen Kammerorchester, berufen worden.



David Guerrier (Trompete) –

Biographie


„Der Auftritt des Trompeters David Guerrier im Rahmen seines New York Debüts überstieg alle hohen Erwartungen“, schrieb die New Yorker Konzertkritik. „Seine Musikalität wurzelt in einer angeborenen künstlerischen Begabung. Sein Spiel war stets voller Poesie und höchster Sensibilität, sein Ton stets klar und rein, seine Technik brillant und beeindruckend.“ Als Gewinner des ersten Probepiels der Young Concert Artists in Europa in Paris und des Probespiels der Young Concert Artists International 2003 in New York gastierte David Guerrier im Jahre 2004 zum ersten Mal in den USA. Sein Debüt im Kennedy Center in Washington wurde vom Alexander Kasza-Kasser-Preis und sein New York Debüt vom Katharine J. Rayner Preis gesponsert. Im Ergebnis der Probespiele wurde David Guerrier außerdem mit dem Saint Vincent College Konzertpreis und dem John and Esther Browning Gedächtnispreis ausgezeichnet.



Begonnen hat der 1984 in Pierrelatte in Südfrankreich geborene David Guerrier seine Ausbildung zum Trompeter bei Serge Vivares im Alter von 7 Jahren. Bald darauf gewann er Goldmedaillen in den Musikschulen in Villeurbanne und Aix-en-Provence. Mit 13 Jahren errang er den 1. Preis des Internationalen Trompeten-Wettbewerbs in Markneukirchen (Deutschland) und im folgenden Jahr den 1. Preis des Internationalen Wettbewerbs in Porcia (Italien). David Guerrier studierte Trompete und Barock-Trompete bei Pierre Dutot und Jean-François Madeuf am Conservatoire National Superior de Musique in Lyon.



Er ist der jüngste Gewinner (2004 und 2007) des „Victoires de la Musique Classique“, ein Preis, den das französische Fernsehen in der Rubrik bester Instrumentalsolist des Jahres verleiht. Als Ausnahmevirtuose gewann er als Siebzehnjähriger den 1. Preis des Internationalen Trompeten- Wettbwerbs in New York 2002 und zuvor, bereits mit 16 Jahren, den 1. Preis des Internationalen Trompeten-Wettbwerbs in Paris.



Der ARD-Wettbewerb in München 2003 verlieh ihm den 1. Preis. Damit war David Guerrier der erste Trompeter, der nach Maurice André im Jahre 1963 jemals wieder mit dem 1. Preis im Fach Trompete ausgezeichnet wurde.



David Guerrier gastierte mit der Camerata de Coahuila in Mexiko, mit dem Sinfonieorchester Basel und dem Genfer Kammerorchester in der Schweiz, dem Kammerorchester Venedig in Italien, dem Ensemble Musica Viva in Portugal, dem MDR Sinfonieorchester, der Radio-Philharmonie Hannover, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern und dem Orchester des Nationaltheaters Mannheim in Deutschland. In Frankreich gab er Konzerte mit dem Colonne Orchestre in Paris, dem Lyoner Kammerorchester, dem Orchestre Philarmonique der Lorraine, den Orchestres Nationales de Bordeaux und Toulouse.



Zusätzlich zu seiner erstaunlichen Karriere als Trompeter wurde David Guerrier vom Orchestre National de France zum ersten Solo-Hornisten und 2006 zum Professor am Nationalen Konversatorium von Lyon berufen.



Für Virgin spielte David Guerrier 2005 das Trompetenkonzert von Leopold Mozart und das Hornkonzert Nr. 4 von W.A. Mozart unter der Leitung von John Nelson ein. Gemeinsam mit Paul Meyer, Emmanuel Pahud, Renaud Capuçon, Frank Braley und Eric Le Sage nahm er Kammermusik von Saint-Saëns für Naïve auf und wirkte als Solist des Konzertstücks für 4 Hörner von Schumann unter der Leitung von Emmanuel Krivine mit.


W.A. Mozart: Hornkonzert Es-Dur KV 495

Haydn: Sinfonie Nr. 49 f-Moll „La Passione“


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